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Hyperaktive Kinder aus ayurvedischer Sicht von Leela Mata

Ein Gespräch mit Leela Mata:
Auf welche Weise kann das System des Ayurveda für Familien mit hyperaktiven Kindern hilfreich sein ?

 

Diese Frage wurde durch Dr. med. Regina Kunze gestellt, während eines Einführungsvortrages von Leela Mata in Bad Neustadt-Salz, Deutschland, im April 2003.

Mit dem “Projekt Hyperactive Kinder” möchte die Leela Mata Foundation for Enlightenment Einblicke in die ernste Situation vieler hyperaktiver Kinder geben, aus der Sicht des Ayurveda. Zunächst beginnt das “Projekt Hyperactive Kinder” mit einem Beitrag zu diesem Thema, der verschiedene wertvolle Hinweise gibt, wie die Situation dieser Kinder wesentlich verbessert werden kann.

Wir hoffen, daß Ihnen diese ayurvedische Sichtweise hilft und möchten Sie dazu auffordern, uns ein Feedback zu Ihren Erfahrungen mit Leela Mata’s Empfehlungen zu geben. Bitte schreiben Sie für Feedback und Fragen an:
email: leela@LeelaMata.com


Hyperaktive Kinder aus ayurvedischer Sicht

Dr. Regina erklärte die Situation hyperaktiver Kinder, die weit weg von ihren Familien in eine spezielle Stätte in München gebracht wurden, wo sie mit wenig Hoffnung für sich selbst und ihre Familien behalten wurden. Dann fragte sie, was man hier tun könnte. Könnten diese Kinder jemals wieder normal werden?

Leela Mata antwortete:

Diese Kinder sind etwas ganz Besonderes. Es ist traurig, daß wir sie nicht verstehen, aber wie können dankbar sein, daß es große Hoffnung und praktische Maßnahmen gibt, um in dieser Situation zu helfen und zu heilen.

Hyperaktive Kinder benötigen viel Liebe und Fürsorge. Sie von der Familie zu trennen kann nicht helfen, sondern wirkt eher noch mehr traumatisierend auf beide, das Kind und die Eltern.

In diesen Kindern ist die bewegende Eigenschaft des Vata (Elemente Luft und Äther) außer Kontrolle und das drückt sich im aggressiven Verhalten der Kinder aus, wenn sie zum Beispiel den Unterricht stören.

Wir sagen, sie können nicht still sein, sie haben zu viel Energie! Aber was ist, wenn wir Ihnen helfen können, diese Energien auf konstruktive Weise zu kanalisieren, diese Energie in Kreativität zu transformieren ?! Verschiedene Aspekte müssen hier berücksichtigt werden:

Die Symptome des unkontrollierten Vata sind Zusammenbruch, Zuckungen, stechende Schmerzen, Benommenheit, Depression, zerbrechende, schlagende und beißende Schmerzen, Verstopfung, knackende Gelenke, Kontraktion, Anhäufung von Schlacken im Körper, Erregbarkeit, Durst, Zittern, Rauheit der Haut, Porösität der Knochen, Austrocknung, aufgeregte Bewegungen, Steifheit, zusammenziehender (astringent) Geschmack im Mund, dunkle oder rotbraune Verfärbungen.

Diese sind, nach dem Ashtanga Hridoyam, die Ausdrucksformen der trocknenden, bewegenden und unstetigen Eigenschaften des Wind(elements). Wenn Vata niedrig ist, dann bewirkt es eine Schlaffheit der Lippen, Mangel an Sprechen und Enthusiasmus, Verwirrte Wahrnehmung als auch eine Zunahme an Trägheit und Produktion von Giften.

Jetzt kann man vielleicht beginnen zu verstehen, warum solche Kinder aggressiv und störend im Unterricht sind.

Ist Vata im Gleichgewicht, dann bewirkt es mentale und physische Ausgeglichenheit, Heiterkeit, Anpassungsfähigkeit, Verständnis, Freude, Klare Wahrnehmung und die Fähigkeit zu kommunizieren und gesunde Beziehungen einzugehen.

Nun, wie können wir unseren geliebten Kindern helfen, diesen gesunden Zustand wieder zu erreichen und sie nicht zu irgendeiner Form der hilflosen und unnormalen Existenz zu verurteilen?

(1) Die einfachste und sehr effective Maßnahme ist warme Ölmassage. Nach einem warmen Bad sollte das Kind mit warmem Sesamöl massiert werden. Dies sollte mit Liebe und Aufmerksamkeit geschehen, beim Klang ruhiger, friedlicher, zauberhafter Musik. Vor dem Schlafengehen sollte warmes Mandelöl oder Bramhi (gotu-kola) Öl auf Kopf, Bauchnabel und die Fußsohlen gegeben werden. Eine sanfte Fußmassage wird entspannend und hilfreich sein. Diese Maßnahmen werden die erratischen Bewegungen des Vata beruhigen, sich setzen lassen und besänftigen. Außerdem wird das Nervensystem genährt und gestärkt.

(2) Ätherische Öle, wie Sandelholz, sind hilfreich um Ruhe und Frieden zu fördern. Basilikum, Mhyrre, „frankincense”, “sage” oder Minze werden die (Energie-)Kanäle reinigen und die Wahrnehmung verbessern. Räucherwerk von Rosen, Sandelholz und Jasmin kann benutzt werden, um die Aura und die Emotionen zu reinigen.

(3) Farben können eine bedeutende Therapie für Hyperaktivität sein. Dunkle Farben, wie Schwarz, Grau und Braun sollten vermieden werden, da sie zu Depressivität neigen. Pastellfarben, wie Gelb und Orange sind am besten, da sie beruhigend auf das Nervensystem wirken und heilende Emotionen hervorrufen. Die Anwendung von Blumen kann auch bereichernd für die Seele sein und Zärtlichkeit, Liebe und Mitgefühl fördern.

(4) Speisen sollten warm, saftig und narhaft sein. Kein Fast Food, abgestandenes oder in der Mikrowelle zubereitetes Essen – denn diese entbehren das Prana bzw. die Lebensenergie. Keine trockenen, rohen oder kalten Speisen – denn diese fördern dem Vata ähnliche Eigenschaften. Gewürze, wie frischer Ingwer, Zimt, Kardamom, Koriander, Kurkuma, Kreuzkümmel und Basilikum sind gut, denn sie helfen den Metabolismus zu regulieren und verbessern die Verdauung.

(5) Vermindere das Fernsehen und erlaube definitive keine gewalttätigen oder Horrorfilme. Diese können die vitale Hülle des Körpers beschädigen. Computerspiele sollten auch eingeschränkt und kreative Aktivitäten gefördert werden.

(6) Vata Kinder sollten in engem Kontakt mit der Erde sein und zu viel Reisen in schnell fahrenden Transportmitteln und das Fliegen vermeiden. Die Erdenergie ist sehr unterstützend und erdet Vata Menschen.

(7) Beruhigende Töne sind sehr angenehm und entspannend. Laute Geräusche oder harte Musik stören das Nervensystem und fördern Aggression.

(8) Die Umgebung soll ruhig und friedlich sein. Blumen können die Seele bereichern und Zärtlichkeit, Liebe und Mitgefühl fördern.

(9) Warme Milch, mit ein wenig Muskatnuß, ist ein mildes Beruhigungsmittel und führt zu Entspannung und gutem Schlaf, wenn es zur Zeit der Nachtruhe genommen wird.

(10) Es ist wichtig, die Kinder an eine gesunde Routine zu gewöhnen. “Early to bed and early to rise makes a man healthy, wealthy and wise” – früh ins Bett und früh wieder ‘raus macht Dich gesund, reich und weise – ist nicht nur ein gutes Sprichwort sondern eine sehr wichtige Gewohnheit.

Yoga and Meditation sollten einen bedeutenden Platz im Tagesablauf haben. Die Samen des Yoga und der Meditation in frühem Kindesalter zu säen wird lebenslange Früchte tragen. Wenn selbst auf spielerische Weise gelernt wird, wie man Körper, Geist und Atem beherrscht, können drastische Veränderungen in der Persönlichkeit bewirkt werden.

Meditation kann dadurch ansprechend gemacht werden, daß man in der Natur spazieren geht, oder auf dem Boden liegt und die sich ändernden Formen der Wolken beobachtet.

Eine Meditations CD für Kinder “Journey into the elements”, verfügbar (in Englisch) bei New Age Kids Inc., ist eine exzellente Übung vor dem Einschlafen.

Medikamente stören und unterdrücken die Lebenskraft und sollten nur dann angewendet werden, wenn das unvermeidbar notwendig ist. Ayurvedische Mittel, wie Chavanprash (das ein kraftvolles Tonikum ist, reich an Vitamin C), Bramha Rasayan zubereitet mit Bramhi (gotu-kola), Ashwagandha Ghee, Bala Ghee, Calamus Ghee oder einfach reines Ghee sind wunderbar nahrhaft und können eingenommen werden, um Vitalität und Klarheit in Körper und Geist zu erwecken.

Vergiß nicht, ein Kind ist eine perfekte Seele, die sich selbst durch Körper und Geist ausdrückt. Alles was wir im Ayurveda versuchen zu tun, ist Körper und Geist gesunden zu lassen, so daß die Seele sich in ihrer wahren Natur ausdrücken kann – in Liebe, Frieden, Wahrheit, Freude und Kreativität, was im Yoga als Sat Chid Ananda – absolutes Sein, Wissen und Glückseeligkeit – bezeichnet wird.

Möge der Segen Gottes und des Meisters Deinen rechtschaffenen Bemühungen Kraft verleihen.

 

Om Shanti

Leela Mata -

email: leela@LeelaMata.com

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Kommentar

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Kommentar von Yvonne Modrow am 8. November 2009 um 8:30am

Freue mich sehr über diesen Artikel, denn wir wichtig ist es, dass Alternativen aufgezeigt werden, mit unruhigen Kindern umzugehen. Ich finde es auch wichtig, diese Bezeichnung wie ADHS nicht oder sehr sparsam zu gebrauchen, denn ich habe oft in Elternkreisen erlebt, dass dann diese Kinder richtig stigmatisiert sind und die Schwierigkeiten, die Eltern und andere mit diesen Kindern haben erst richtig manifestiert werden.
Auch wenn keines meiner Kinder mir zu aktiv schien und ich daher nicht aus Erfahrung sprechen kann, möchte ich dringend appelieren, auf Medikamente wie Rytalin zu verzichten und lieber solche Maßnahmen, wie es Leela Mata empfiehlt, anzuwenden. Rytalin ist eine Droge, die abhängig macht und enorme Nebenwirkungen hat. So etwas darf man Kindern nicht geben!!
Es stellt sich ja auch die Frage, was diese Erfahrung ein sehr aktives Kind zu haben für die Eltern bedeutet und wie diese Umstände sie in ihrer Entwicklung weiter bringen können? Sollte vielleicht allgemein im Leben der Familienmitglieder, die vielfachen Aktivitäten, die man heute meint, nachgehen zu müssen, überdacht und gegebenenfalls reduziert werden? Wie können wir als Eltern selber Ruhe und Gelassenheit entwickeln und so auf unsere Kinder ausstrahlen?
Gibt es alternative Schulen, wo die Betreuung des einzelnen Kindes mehr gewährleistet ist?
Warum soll mein Kind unbedingt in die Normen dieser Gesellschaft gepresst werden, wo es da doch offensichtlich nicht mit klar kommt?
Kinder sind wirkliche Aufgaben, sie fordern einen so sehr, manchmal bis an den Rand der Erschöpfung, aber wo sonst, können wir uns so weiterentwickeln, als mit der Erziehung von Kindern?

Allen viel Mut und vorallen viel Vertrauen in die eigenen Kräfte, die eigene Intuition und in die göttliche Führung.
Om Shanti - Yvonne

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